Juni 19, 2016

Erinyen

Der Anfang

Nach „F.I.S. – Der Film“ (erschienen 2013), einer 25 Minütigen Actionkomödie, war Mitte 2014 der Wunsch da, im nächsten Jahr ein neues großes Projekt auf die Beine zu stellen. Dabei setzten wir uns das Ziel bis Neujahr 2015 eine grobe Idee zu haben und dann in den Sommerferien 2015 drehen. Durch die Teilnahme an „Jugend Forscht“ und weiteren schulischen Verpflichtungen verschob sich die Ideen-Deadline schließlich auf Ostern. Kurz vor Ostern trafen sich nun Lennard und Max um zu brainstormen und ihre Vorstellungen auszutauschen. Es sollte um einen Schüler gehen, der gerade seinen Abschluss gemacht hat, nun zum Spieleentwickler wird und mit seinem Team an einem Wettbewerb teilnimmt. Im Prinzip hatten wir so viele unserer Vorstellungen abgedeckt. Die Story war realistisch, die Alter der Rollen würden auf die Darsteller passen und es handelte sich um ein modernes Thema. Einzig Lennards Wunsch in Richtung Fantasie zu gehen, war nicht abgedeckt.

Die Story wurde also ausgebaut, doch irgendwie wollte alles nicht passen. Sie war nicht spannend genug und relativ aufwendig, da der Zuschauer die entwickelten Spiele auch sehen müsste. Ein Fall für den Papierkorb. Nun saßen Isa und Max kurz nach Ostern zusammen und überlegten. Da kam Max eine alte Idee in den Sinn, die kurz vor F.I.S. relevant war. Damals war die Überlegung, man könnte den Jugendroman „Erebos“ von Ursula Poznanski verfilmen. Verworfen wurde die Idee auf Grund der Komplexität und da sich ein großes Studio die Rechte am Buch gesichert hatte. Isa und Max ließen sich von dem Grundgedanken des Buches, ein Computerspiel greife direkt in das reale Leben der Spieler ein, inspirieren und bauten ein Grundgerüst. Die ersten 20 Seiten wurden von Isa innerhalb von einem Tag niedergeschrieben.

Innerhalb eines Monats vollendete Isa das Drehbuch und das Team verfeinerte kleine Details. Nun ging es daran, die Produktion zu organisieren. Dabei wurde der Wunsch nach einem hohen Niveau an Qualität laut und es wurde geplant die Blackmagic Production Camera 4K zu mieten, um Erinyen zu drehen. Zudem wurden hohe Anforderungen an Kostüm und Requisiten gestellt. Da diese Wünsche mit einem erheblichen Kostenaufwand verbunden waren, organisierte das Team eine Crowdfunding-Kampagne und konnte mit Hilfe vieler Unterstützer tatsächlich genug Geld sammeln um die Kamera zu finanzieren. Dabei trafen wir auch auf unsere ausführende Produzentin Inge Wassmann.

Erinyen Lennart Miriam
Weiter ging es mit der Organisation von Cast und Crew.  Für den Cast suchten wir Leihendarsteller, die Interesse daran zeigten, bei dem Projekt mit zu wirken. Für die Hauptfiguren wurden verschiedene Personen gecastet, die sich für die Rollen der Ilania und des Alron beworben hatten. Bei der Rolle des Alron entschieden wir uns für den 18 jährigen Lennart Gerling und bei der Rolle der Ilania für die 17 jährige Miriam Aschenbrenner. Insgesamt war die Suche ein auf und ab, doch schließlich fanden wir für jede Rolle engagierte Darsteller. Nun wurde vorab schon der Drehplan festgelegt, damit der Mietzeitraum für die Kamera eingegrenzt werden konnte.
Nachdem Cast und Crew zusammen gestellt waren, gab es ein Vortreffen, bei dem das Drehbuch und der Dreh mit den Mitwirkenden besprochen wurde. Weiterhin gab es ein einführendes Wochenende für die Crew, bei der technische Fähigkeiten vermittelt wurden und jedem eine feste Rolle am Set zugeteilt wurde.Erinyen Vortreffen

Ein großes Problem, welches sich ergab, stellten die Kostüme im mittelalterlichen Stil dar. Dafür fanden wir Bekannte, die durch Leidenschaft zum Larpen oder Mittelalter-Schaukampf, Zugriff auf derartige Kostüme und Requisiten hatten. Somit hatten wir auch Zugriff auf Larpwaffen (Schaumstoffwaffen) und Schaukampfwaffen. Letztere sahen natürlich sehr realistisch aus, stellten jedoch ein Sicherheitsrisiko am Set dar. Jedoch gingen die Darsteller über die gesamte Drehzeit sehr professionell und pflichtbewusst mit diesem Risiko um.
Als die Kostüme organisiert waren, gab es mit den Darstellern, welche in Kampfszenen eingeplant waren, ein Kampftraining, bei dem einzelne Choreographien einstudiert wurden und der Umgang mit den Schaukampfschwertern erklärt und trainiert wurde.

 

Der Dreh beginnt

Es waren nun also alle Leute vom Cast und der Crew auf den Dreh vorbereitet und die Requisiten, Kostüme und Waffen organisiert.Erinyen Produktion
Nun ging es daran zu drehen. Insgesamt gab es 12 Drehtage im Zeitraum vom 1. August 2015 bis zum 17. August 2015. Darunter drehten wir 5 Tage im Wald und die restlichen an verschiedenen Plätzen in Hildesheim.
Für den Dreh stand das Team meist von 12 Uhr morgens bis 22 Uhr Abends im Wald und drehte. Das Wetter war sehr sonnig und die Temperaturen häufig über 30 Grad. Die Anfahrt erfolgte mit Fahrrad, Bus, Bollerwagen oder zu Fuß. Somit kamen wir an manchen Tagen am Set an und waren schon erschöpft. Trotz all den Umständen, ein paar Ausfällen wegen Krankheit, Versagen der Technik, schaffte es das Team immer konzentriert bei der Sache zu bleiben, Spaß zu haben und jeden Tag dem Ziel ein Stück näher zu kommen. Wir sind sehr dankbar, so ein engagiertes, motiviertes und verständnisvolles Team gehabt zu haben.

 

Die Postproduction

Erinyen war nun abgedreht und konnte in die Postproduktion gehen. Nun standen wir vor 11 Tb Raw 4K Footage. Um das Material schneiden zu können, erstellten wir Proxys (Footage mit geringerer Auflösung und Qualität) um selbst auf Laptops flüssig schneiden zu können. Lennard, Max und Isa synchronisierten und cutteten Erinyen innerhalb von 2 1/2 Wochen fertig. Nun wurde die durch die Proxys verringerte Version vom Film wieder mit dem Ursprungsmaterial verknüpft. Überflüssiges Material wurde gelöscht, sodass die Größe auf 3 Tb verringert werden könnte. Gerade rechtzeitig, den ein paar Tage später vielen zwei Festplatten aus, die kurz zuvor noch wichtiges Material besaßen. Backups vom Originalmaterial anzufertigen war für uns nicht möglich.
Während Lennard sich mit dem CGI-Effekten beschäftigte, wandte Max sich der Farbkorrektur zu.
Bereits vor dem Dreh trafen wir auf den Filmkomponisten Christoph Paul Börner, welcher unser Projekt unterstützen wollte. Er machte es sich zur Aufgabe, die gesamte Filmmusik von Erinyen zu komponieren.
Im Januar 2016 suchte der Sounddesigner Emil Morgenstern ein Projekt für seine Abschlussarbeit, worauf er sich Erinyen annahm.
Die beiden vervollständigten unser Team und halfen dabei, Erinyen noch hochwertiger zu bearbeiten.